Ich sitze im Zug. Überall leises
Gewisper, meine Sitznachbarn streiten sich über die
Sitzplatzreservierung der Bahn. Auf dem Bahnsteig glimmen die Raucher
ihre letzten Suchtstängel für mehrere Stunden, so hoffe ich es
zumindest. Und zwischen ihnen ein Pandabärchen.
Wir müssen reden.
Kein echtes Pandabärchen, ein
Werbeaufsteller der WWF. Es guckt ziemlich grimmig und ich frage
mich, wie denn ein Panda so grimmig gucken kann. Dazu die Horrorworte
eines jeden Mannes in einer Beziehung.
Wir müssen reden.
In Klein steht da noch etwas von Dialog
starten und co, aber darauf achte ich gar nicht mehr. Der Blick des
Pandas ist irgendwie schon Aussage genug. Der will nicht reden, der
will auch keinen Dialog. Der hat den selben Blick drauf wie ich, wenn
meine Mitbewohnerin mal wieder den Putzplan außer Acht lässt.
Wir müssen reden.
Dann denke ich ja schließlich auch
nicht an Dialog, dann will ich ihr jeden dreckigen Teller und jeden
schimmeligen Topf unter die Bettdecke legen und aus angenehmer
Entfernung hören, wie sie vor Ekel aufschreit, wenn sie sich in den
Matsch des Horrors legt. Oder ihn zumindest entdeckt.
Wir müssen reden.
Grund hat das Bärchen ja vermutlich
genug. Ein kleiner Umweltsünder steckt ja inzwischen in jedem von
uns, absichtlich oder unabsichtlich. Wusstet ihr, dass Plastikmüll
quasi nie der Natur zurückgeführt werden kann? Alles, was man damit
machen kann, ist, ihn irgendwie sinnvoll wiederzuverwerten. Und
trotzdem wird jedes Jahr eine kleine Unmenge an neuem Plastik
produziert.
Wir müssen reden.
Der Zug fährt los. Das Bärchen
verschwindet aus dem Fenster, dann aus dem nächsten, bis ich es gar
nicht mehr sehen kann. Meine Sitznachbarn haben sich inzwischen auf
ihre Sitzplätze geeinigt und wettern nun gemeinsam gegen den Service
der Deutschen Bahn. Und ich? Ich packe mein Sandwich aus der
Klarsichtfolie aus.






